Es gilt das gesprochene Wort! Rede des Bayerischen Staatsministers des Innern, Dr. Günther Beckstein, anlässlich. der Einweihung der Franken-Therme in Bad Windsheim am 16. Dezember 2005 Für die freundliche Einladung danke ich Ihnen ganz herzlich. Gerne bin ich in die alte fränkische Reichsstadt Bad Windsheim gekommen, um mit Ihnen ein ganz besonderes Ereignis zu feiern: Die Einweihung der Franken-Therme. Mit seinem schönen historischen Ambiente, seinen malerischen Straßenzügen, seinen gemütlichen Plätzen, Restaurants und Cafes lädt Bad Windsheim den Besucher zum Verweilen ein. Im Internetauftritt der Stadt wird zu Recht auf diese urbane Geborgenheit hingewiesen, aber auch darauf, dass man vor den Toren der Altstadt am Heilquellen stieß. In der Tat kann Bad Windsheim auf den Reichtum aus Jahrmillionen setzen. Drei natürliche Heilmittel bietet der Bad Windsheimer Untergrund – ein Schatz von unglaublichem Wert. So werden natürliche Heil-und Mineralwässer ebenso gefördert wie vollgesättigte Sole oder Thermalsole von höchster Qualität. Kein Wunder, dass Bad Windsheim als Gesundbrunnen schon frühzeitig von vielen Kranken, Mühseligen und Beladenen genutzt wurde. Dies fand auch amtlich seine Bestätigung, als Bad Windsheim am 15. Juni 1976 als Heilbad staatlich anerkannt wurde. Seitdem hat die Stadt immer wieder Anstrengungen unternommen, ihr Angebot an den Kurgast zu verbessern, zu erweitern und an neue Ansprüche anzupassen. So wurde hart darum gerungen, die für die staatliche Anerkennung als Heilbad notwendigen zwei Heilquellen zu sichern und gleichzeitig neue Heilmittel zu erschließen. Die Freude und Ehre, den Titel „Bad“ tragen zu dürfen, ist nämlich nicht Ergebnis einer einmaligen Anstrengung. Die bayerischen Kurorte unterliegen einer ständigen Qualitätskontrolle mit dem Ziel, dem Kurgast ein Angebot von hoher Qualität und Güte zu gewährleisten. Als dann Bad Windsheim im Jahr 1994 das Solehallenbad, das nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprach, verkaufte, war damit auch der Bestand des staatlich anerkannten Bades in Gefahr. Denn das damals mehr als 25 Jahre alte Hallenbad konnte den Anforderungen an ein modernes Bad nicht mehr gerecht werden. Damit war die Attraktivität von Bad Windsheim für Kurgäste und Touristen, die in diesem eher strukturschwachen Gebiet von besonderer Bedeutung ist, ernsthaft gefährdet. Dabei ist der Gesundheitstourismus in Bad Windsheim ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So entfallen etwa 1.600 der rund 5.000 Arbeitsplätze in Bad Windsheim auf den Dienstleistungsbereich Kur-und Heilbäderwesen. Die Statistik der Gästeankünfte und Übernachtungen unterstreicht die Bedeutung eindrucksvoll. So stieg die Zahl der Gästeankünfte im Zeitraum von 2000 bis 2004 um 16.125 auf 55.501 und damit um satte 41 %. Die Anzahl der Übernachtungen lag im Vorjahr bei stolzen 266.986 und bis September 2005 bei weiteren fast 200.000. Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass Bad Windsheim neue Anstrengungen unternehmen musste, um sich dem wachsenden Konkurrenzdruck im Wirtschaftssektor Kurwesen und Gesundheitstourismus entgegenstemmen zu können. Besondere Anstrengungen auch deshalb, weil Bad Windsheim das einzige staatlich anerkannte Heilbad in Mittelfranken ist. Es war deshalb eine richtige Entscheidung, zur Errichtung eines neuen Thermalbades den Zweckverband „Kurzentrum Bad Windsheim“ zwischen Stadt und Landkreis zu gründen, um dieses für Bad Windsheim und Westmittelfranken so wichtige Projekt mit der notwendigen finanziellen Sicherheit auf den Weg zu bringen. Was aus der Idee geworden ist, können wir heute mit eigenen Augen bestaunen. Der Zweckverband hat eine hochmoderne Thermenlandschaft errichtet, deren Bedeutung weit über den Landkreis hinaus reichen wird. Das damit zur Verfügung stehende Angebot wird - die Attraktivität der Urlaubsregion positiv beeinflussen, - ein Naherholungsangebot für das umliegende Gebiet und die umliegenden Städte sein, - einen Freizeitwert darstellen, der vor allem den Bedürfnissen von Familien und älteren Menschen Rechnung trägt, - gesundheitsbewussten Menschen die Möglichkeit zur aktiven Betätigung geben, und - den Ruf und die Bedeutung Bad Windsheims als einzigem mittelfränkischen Heilbad festigen und weiter verbessern. Dabei wartet die Anlage mit einem Highlight der Extraklasse auf. Ich meine hier die Thermengärten, die diesem Thermalbad eine ganz besondere Note geben. Die Vielzahl von Gärten mit unterschiedlichsten Motiven rundet die vielen Kur-und Erholungsangebote ab und bietet den Besuchern ein Höchstmaß an Entspannung und Erholung. Wenn mir die Eröffnung heute besondere Freude bereitet, so liegt es mit daran, dass auch ich mich sozusagen zu den Vätern des Projekts rechnen darf. Es bedurfte schon einer intensiven „Seelenmassage“ bei unserem Ministerpräsidenten, um entgegen einem Kabinettsbeschluss aus dem Jahre 1996, nach dem keine Förderung für Neubaumaßnahmen bei Bädern mehr gewährt werden sollte, für Bad Windsheim eine Ausnahmeregelung zu schaffen. Aber meine Argumentation, wonach der Heilbadcharakter Bad Windsheims ernstlich in Gefahr sei und damit Mittelfranken das einzige Heilbad verlieren würde, überzeugte dann schließlich doch. Noch dazu gehört Bad Windsheim zu einem erlesenen Kreis von vier Bädern in Gesamtdeutschland, der mindestens drei Umso mehr habe ich mich gefreut, dass durch Ministerratsbeschluss vom 22. Juli 2003 dem Trägerzweckverband ausnahmsweise eine Förderung zugesagt wurde. Das sollte nicht nur ein Trostpflaster dafür sein, dass Bad Windsheim bei der Standortwahl für eine neue Spielbank leer ausging. Mit der Förderung eines neuen Kurmittelhauses mit Badelandschaft sollte der Stadt auch die Chance geboten werden, gerade im Wettbewerb um den selbstzahlenden Kurgast und Gesundheitsurlauber gegen die Konkurrenz besser bestehen zu können. Meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie mich nach dem Motto: „Sprich Gutes und rede darüber“, auch die Zuschusssituation Einzelnen darstellen: m Von den geschätzten Baukosten in Höhe 18,7 Millionen € wurden 17,1 Millionen € als zuschussfähig errechnet. Der mögliche Zuschuss in Höhe von 7,5 Millionen € ist bis auf 100.000 € bewilligt. Neben 2,7 Millionen € Landesmittel fließen auch 4,8 Millionen € EU-Mittel in das Projekt. Durch die EU-Förderung wurde das Projekt erst ermöglicht und eine zügige Auszahlung des Zuschusses sichergestellt. So sind von den bewilligten Beträgen bereits 4,9 Millionen € ausgezahlt. Durch die zeitnahe Zuschussgewährung konnten hohe Zwischenfinanzierungskosten vermieden werden. Damit „sprang“ noch zusätzlich ein Salzsee als weitere Attraktion „heraus“. Ein besonderes Kompliment möchte ich heute den Verantwortlichen des Zweckverbandes und allen Mitarbeitern machen. Aus Sicht der Regierung von Mittelfranken war die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband „Kurzentrum Bad Windsheim“ mustergültig, was die Förderverfahren noch einmal beschleunigte. Bände spricht auch die sehr kurze Bauzeit. Sie beweist die gute Bauleitung durch den Zweckverband und das Architekturbüro Schmeißner sowie die ebenso qualifizierte wie termingerechte Arbeit der am Bau beteiligten Baufirmen. Besonders erfreulich ist, dass durch den Bau der Franken -Therme nicht nur bestehende Arbeitsplätze erhalten, sondern durch Folgeinvestitionen in Privatinitiative auch weitere geschaffen wurden. So gelang es, den Bau eines Gradierwerkes sowie den Bau eines 100-Betten- Hotels anzustoßen. Die Errichtung eines Kletterseilgartens und eines Wohnmobil stellplatzes möchte ich nur am Rande erwähnen. Die heutige Inbetriebnahme zeigt uns: Mit der Franken -Therme werden die vorhandenen Bade-und Kureinrichtungen in Bad Windsheim wie Kur und Kongresszentrum, Kurpark und verschiedene Kliniken sinnvoll ergänzt und abgerundet. Durch das so geschaffene sehr attraktive Angebot sehe ich den Tourismus in Bad Windsheim wesentlich gestärkt. Ich freue mich deshalb, mit Bürgermeister Wolfgang Eckardt und seinen Stadträten sowie mit Landrat Walter Schneider und seinen Kreisräten heute diese Einrichtung den Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Gästen übergeben zu können. Ich hoffe und wünsche, dass diese Einrichtung für die Gäste ein echter Gesundbrunnen ist, dass Heilung und Linderung für alle Beschwerden möglich wird. Denjenigen, die aktiven Freizeitspaß suchen, wünsche ich viele schöne und erholsame Stunden. Und der Betreibergesellschaft, dem Zweckverband und der Stadt Bad Windsheim wünsche ich, dass alle Kalkulationen vom Betriebsergebnis stets übertroffen werden. Glück auf und Gottes Segen für die Zukunft!