Matthias Süß über Content, Code, Creation und die Creativ-Szene in der Metropolregion Nürnberg.

Flat-File-CMS als radikale Alternative zu Wordpress

  • 01.05.2017

Flat File CMS

Wordpress ist unbestritten die beliebteste Blog-Software bei Eigeninstallationen. Die Anzahl an verfügbaren Plugins und die Auswahl an Themes ist inzwischen unüberschaubar. Für (fast) jede noch so ausgefallene Idee findet sich ein vorgefertigtes Stück Code. Die Attraktivität dieses Systems beruht zum großen Teil genau darauf.

Beliebtheit ist toll. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Für dunkle Gestalten ist es natürlich effektiv sich auf Software mit hoher Verbreitung zu konzentrieren. Die Anfälligkeit und generelle Instabilität des Systems steigt mit jedem installierten Plugin. Zudem büßt das System schleichend an Performance ein.

Diese nicht unerheblichen Mängel und Nachteile von Wordpress haben inzwischen einen Nachfrageboom nach radikalen Alternativen ausgelöst: Flat-File-CMS.

Was macht ein Flat-File-CMS so attraktiv?

Die Vorteile von Flat-File-Systemen liegen in ihrer Simplizität begründet: Auf eine Datenbanksystem (DBS) verzichten diese Content-Management-Systeme (CMS) gänzlich. Struktur und Inhalt sind als Datei auf dem Server hinterlegt.

1. Sicherheit

Datenbankensysteme, vor allem die populäre MySQL, waren und sind einer der größten Sicherheitsschwachstellen. Dieses beliebte Angriffsziel entfällt.

Flag-File-CMS sind weit davon entfernt, die Verbreitung von Wordpress und anderen populären System zu erreichen. Das macht diese aber auch zu einem weitaus unattraktiveren Ziel.

2. Genügsamkeit

DBS verbrauchen Ressourcen des Hosts. Jeder Zugriff auf die Datenbank ist eine Serverlast. Moderne Caching-Lösungen versuchen daher statische Dateien aus Datenbankabrufen zu generieren und diese direkt auf dem Server abzulegen oder direkt im Speicher des Servers vorzuhalten.

Flat-File-CMS sind daher deutlich genügsamer, was die technische Basis anbelangt.

3. Hohe Performance

Jeder Datenbankzugriff nimmt Zeit in Anspruch. Das gilt nicht nur für das Bereitstellen von den eigentlichen Inhalten. Viele Konfigurationen von Widgets, Plugins oder auch des Systemkerns sind in der Datenbank hinterlegt und im schlimmsten Fall bei jedem Aufruf abgefragt werden.

Flat-File-CMS stützen sind auf Textdateien, sonst nichts.

4. Einfache Installation, Wartung und Migration

Auch wenn die Installation eines Wordpress-System inzwischen auch sehr problemlos abläuft, unkomplizierter als bei Flat-File-Systemen geht es nicht: hier genügt ein Upload und unter Umständen minimale Änderungen in einer Datei.

Wartung und Reparatur einer Wordpress-Instanz verlangt meist nach einer langwierigen Suche in der Datenbank. Wer die Prozedur bereits einmal hinter sich bringen musste weiss: Das Einspielen einer früheren Version über die Datenbank ist kein Spass.

Gleiches gilt auch für den Fall des Umzugs auf einen anderen Server. Was bei Flat-File-Systemen mit einem Kopiervorgang erledigt ist, zieht bei Wordpress einen durchaus fehleranfälligen Export - mit anschließenden Import der Daten aus und nach MySQL nach sich.

Und was sind die Nachteile von Flat-File-CMS?

Die Simplizität ist größter Vorteil und Nachteil zugleich. Dynamisches Ausliefern von Content-Bausteinen wird durch das Fehlen eines Datenbanksystems deutlich erschwert.

Eine breite Auswahl an Plugins sucht man vergebens. Allerdings ist Logik, Struktur und Aufbau dieser Content-Management-Systeme sehr einfach. Fehlende Funktionen können mit sehr überschaubaren Aufwand entwickelt und direkt in das System integriert werden. Für über 90 Prozent der Anwendungsfälle dürften die bereitgestellten Funktionen ausreichend sein.

Auch bei den Themes ist das Angebot mehr als überschaubar. Hier ist Handarbeit und eigene Kreativität gefordert.


Dieses Blog hat das Flag-File-System Htmly als technische Basis.