Was verdient eine Hure?
8. Juli 2008 – 15:23 | von Matthias
Nachdem immer wieder / immer öfter Anfragen (Geld spielt keine Rolle) nach Online-Marketing aus dem horizontalen Gewerbe bei mir eintreffen, bin ich einmal der Frage nachgegangen, was den eine Hure so im Schnitt verdient. Natürlich ist das genau wie bei den SEOs sehr von den tatsächlichen Leistungen und vom guten Ruf abhängig. Ich gebe einfach die Zahlen weiter, die mir genannt wurden:
Hier die durchschnittlichen Stundensätze für “Unabhängige”, die in “Appartements” arbeiten. Diese liegen, regional verschieden, zwischen 90 und 200 Euro. Bayern ist auch hier Hochpreisland, NRW könnte man mit 90 Euro im Vergleich dazu schon als Ziel für Sex-Tourismus bezeichnen.
Wie jeder Selbständige weiß, ist Umsatz aber nicht gleich Ertrag. Am heftigsten fand ich die Ausgaben für die Miete von Appartements, die zwischen 50 und 150 Euro am Tag liegt. In München gibt es bestimmt noch einen Zuschlag. Der Preis hängt weniger von der Größe ab, mehr vom “Bekanntheitsgrad” der Adresse. 2.000 Euro Miete für den Arbeitsplatz sind also schon mal zu kalkulieren.
Der nächste große Posten ist die Werbung für das Huren-Gewerbe, der mit 25 bis 100 Euro pro Tag anzusetzen ist. Huren, die in bekannten Appartements arbeiten brauchen weniger Werbung, deswegen auch die hohe Tagesmiete. Es können also durchaus nochmals 2.000 Euro Marketingaufwand entstehen. Eine Durchschnittshure kommt sicherlich mit 1.000 aus.
Die Krankenversicherungen schlagen ebenfalls sehr gut zu, da Huren einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Ich glaube kaum, dass eine Professionelle es ohne Gummi macht, nach etwas Alkohol während des Disko-Besuchs würde ich allerdings für kein Mädchen diesbezüglich die Hand ins Feuer legen. Da herrscht immer noch heftigste Doppelmoral.
Kleinkram darf nicht unter den Tisch fallen: Reisekosten (vieles sind Wanderhuren), Arbeitskleidung, Handy, Kosmetik … Ganz wichtig: Alterversorgung. Da sollte schon einiges in die Spardose. Und Vater Staat will auch noch seinen Anteil.
Eine Hure, die 300 Euro am Tag verdient kommt ungefähr auf 6.000 Euro Umsatz. Nach Abzug aller Kosten bleiben nicht einmal 2.000 Euro übrig. Für Ekelzuschlag ist also keine Luft.
Noch zur Erinnerung, das waren nur grobe Schätzungen für eine Durchschnittshure. Escort-Girls dürften am Monatsende einiges mehr im Prada-Täschchen stecken haben. Es war auch nur mal für mich persönlich recherchiert, weil ich wissen wollte, warum in der Branche vergleichsweise viel Geld in die Werbung fließt.
Jetzt sind noch ein paar Hinweise ganz wichtig:
- Ein Vermarktungsangebot aus der Sex-Branche habe ich nicht angenommen.
- Hure ist für mich kein Schimpfwort, eher schon Nutte.
- Das Bild stammt aus der Mediendatenbank von Wikipedia.
- Ja, die Päpste besaßen einst das größte Bordell in Rom.

7 Kommentare zu “Was verdient eine Hure?”
Matthias M schrieb am 8. Jul 2008 | Reply
Naja, Callgirl oder Prostituierte hört sich meines Erachtens trotzdem freundlicher an. Ich vermute, dass es bei der Bezeichnung aber auch eher um die Optimierung auf den Titel ging!?
Zum Thema: Was sind denn das für komische Appartements? Wieso kriegt der Vermieter so einen Löwenanteil?
Matthias schrieb am 8. Jul 2008 | Reply
Also wie ich das Verstanden habe geht es hier um “Laufkundschaft”, also um Freier die eben diese Adresse kennen und vorbeischauen, egal wer dort arbeitet, nur weil die Adresse “eingelaufen” ist.
Linkhure schrieb am 9. Jul 2008 | Reply
Wie wäre es denn jetzt mal mit einem Auslands Report? Wie ist denn die Preislage in Frankreich
Matthias schrieb am 9. Jul 2008 | Reply
Hi Linkhure
Benni schrieb am 21. Jul 2008 | Reply
Ohne dir nahetreten zu wollen … wie recherchiert man so etwas?
Ist ‘ne ernstgemeinte Frage.
Matthias schrieb am 21. Jul 2008 | Reply
@Benni Fragen … P2P in Realword