Hirschwald und St. Stephan in Ensdorf - sowas interessiert mich
28. Juni 2008 – 23:34 | von Matthias
Heute war einer der seltenen Tage, die ich inzwischen für Foto-Safari habe. Dann setze ich mich ins Auto und fahre einfach einmal los ohne vorher auf die Karte zu sehen. Ich fotografiere was mir gefällt und interessant erscheint. Zuhause sehe ich dann nach, was mir vor die Linse gekommen ist und ob sich eine gezielte Tour zum Objekt lohnt.

Unterwegs war ich im westlichen Teil des Landkreis Amberg-Sulzbach, Start und Endstation war Ensdorf. Dort bin ich ein klein wenig von der übrlichen Route abgewichen und bin im Gemeindeteil Hirschwald (liegt mitten im Naturpark Hirschwald) gelandet. Geschichtsträchtger Boden, wie sich herausgestellt hat. Hier stand ein Jagdschloss von Pfalzgraf Freidrich II., von dem sich leider nur das Torhaus erhalten hat. Das kleine, unscheinbar wirkende Kirchlein ist im Kern eine romanische Chorturmkirche. Schade, die Kirche war abgesperrt.
Anschließend habe ich eine Schleife gezogen: Hohenburg, Allersburg, Heimhof, Kümmersbruck, Schlenker über Amberg und wieder nach Ensdorf zurück. Ensdorf ist bekannt für das einst mächtige Kloster, doch kurz vor Sonnenuntergang habe ich mir lieber den wohl vor der Auflösung stehenden Friedhof im Ortskern angesehen.
Der Friedhof ist nicht zu übersehen, denn ein inzwischen von der Zeit vom Verputz befreiter Turm ist der Wegweiser. Er könnte so auch in der Toskana stehen, mit seinen Treppengiebeln und rundbogigen Schallöffnungen. Der Turm ist der verbliebene Rest der 1805 abgebrochenen Pfarrkirche St. Stephan. In der Friedhofsmauer sind Grabplatten eingemauert. An einem glaube ich gotische Minuskeln erkannt zu haben. Bei nächsten Besuch habe ich garantiert Papier und Farbkreide mit dabei. [Nachtrag zum Turm aus Wikipedia: “Ausgrabungen am sog. Stephansturm, dem einzigen Rest der 1805 abgebrochenen Pfarrkirche St. Stephan, erbrachten den Nachweis einer ersten (?) Kirche des 10. Jahrhunderts. Der Turm selbst wurde nach dendrochronologischen Untersuchungen im Jahr 1075 erbaut und ist somit eines der ältesten stehenden Bauwerke der Oberpfalz.”]
Hirschwald und St. Stephan, das sind genau die eher unscheinbaren Dinge, die mich interessieren.
Zu den Bildern: Das erste zeigt die Ruine Hohenburg (liegt bereits auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels der US-Army) von Allersburg aus gesehen. Auf Nummer 2 ist der kümmerliche Rest des kurpfälzischen Jagschlosses zu sehen, das verliebene Torhaus. Auf dem letzten ragt der schon sehr lädierte Turm von St. Stephan in den Abendhimmel. Ein weiteres Bild des Turmes habe ich unter CC-Lizent auf Wikipedia eingestellt; mehr gibt es unter St. Stephan in Ensdorf auf meinen Foto-Blog zu sehen.
