Rein subjektive Ansichten über das digitale Business

Santa Cruz Operation

18. Mai 2008 – 23:34 | von Matthias

Caldera Open Linux 2.4Santa Cruz Operation wäre ein gutes Synonym für Silicon Valley, denn so gut wie jedes Unternehmen von Rang und Namen steht irgendwie mit der ersten reinen UNIX-Company in Verbindung. Es wäre, wenn nicht … aber erstmal die Geschichte von Anfang an:

Kaum einer erinnert sich noch daran, aber Microsoft war in der Frühzeit der Microcomputer ein bedeutender Mitspieler auf dem UNIX-Sektor. Es hatte 1979 eine Lizenz von AT & T zur Entwicklung eines eigenen UNIX-Systems erhalten. XENIX, so die Produktbezeichnung, wurde von einer Firma namens Santa Cruz Operation (SCO) auf x86-Prozessoren portiert. Später übertrug Microsoft die Rechte von XENIX an SCO. Zusätzlich zu XENIX kaufte SCO u.a. noch die Rechte an UnixWare, einem weiteren UNIX für x86-Rechner, von Novell. SCO entwickelte in den 1990iger Jahren noch ein eigenes Produkt namens Tarantella. Was genau diese Software macht und kann ist nicht wichtig, wir brauchen nur später den Namen zum besseren Verständnis.

1995 war die Geburtsstunde des Unternehmens Caldera. Caldera entwickelte die gleichnamige Linux-Distribution und expandierte gewaltig. Der Hauptsitz in Deutschland war übrigens in Erlangen (Box siehe Foto), also in direkter räumlicher Nachbarschaft zu SuSE. Auf jedenfall kaufte Caldera im Jahre 2002 die UNIX-Systeme UnixWare und OpenServer samt Markenrechte von besagter Firma SCO. Das ursprüngliche Santa Cruz Operation benannte sich nun in Tarantella um. 2005 legte Sun Microsystems 25 Mio. Dollar bar auf den Tisch und kaufte Tarantella Inc.

Jetzt wird es erst wirklich verzwickt. Caldera benennt sich um in SCO Group. Aus Caldera Linux wird OpenLinux. Dann überzieht die neue SCO Group mit wenig Erfolg Novell, diverse Linux-Distributoren und Daimler mit Prozessen. SCO stellt sich auf den Standpunkt, dass Teile des Linux-Kerns von UNIX-Quellen (an denen SCO die Rechte hält) kopiert wurden. Ausserdem vertritt SCO die Meinung die Open Source Lizenz GPL verstoße gegen US-Bundesrecht.

Am 14. September 2007 musste die neue SCO Gläubigerschutz beantragen. Aber irgendwie mag ich noch nicht an ein endgültiges Ende von SCO glauben. Irgend eine andere Firma wird das geschichtsträchtige Erbe schon übernehmen.

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