Xing, Manager und Bequemlichkeit
1. April 2007 – 20:21 | von MatthiasEinfach in der Sonne sitzen und ein paar Magazine queer zu lesen, ein Luxus den ich mir jeden Sonntag gönne oder es zumindest versuche. Heute sind es PRINZ (wegen Thema Second Life), das Manager Magazin und die deutsche Ausgabe des Harvard Business Manager.
Ein Zitat, über das sich auf jedenfall nachzudenken lohnt stammt von British-Telekom-Chef Ben Verwaayen im MM, wie BT an Internet-Services Geld verdienen will:
Es ist schon seltsam - für läppische Klingeltöne geben die Leute Geld aus. Das Qualitätsprodukt Musik aber stehlen sie aus dem Netz. Doch ich bin fest überzeugt, dass die Menschen für Service zahlen, der ihnen Bequemlichkeit und Mehrwert bietet.
Dies ist auch meine Meinung, sehe es an mir selbst. Für Bequemlichkeit und Service zahle ich bei United Domains auch etwas mehr als bei vergleichbaren Anbietern. Dafür fühle ich mich dort auch gut aufgehoben.
Mit einer Arroganz, wie ich sie eigentlich nur von der amtierenden US-Regierung kenne, äußerte sich LinkedIn CEO Dan Nye über den europäischen Mitbewerber: “Xing ist keine Konkurrenz“. Xing sei eine rein deutsch, bestenfalls europäische Veranstaltung. Im weltweiten Vergleich spiele Xing keine Rolle. Wenn sich Nye da nicht irrt. Das ehemalige OpenBC ist im spanischen sprechenden Markt durch Zukäufe hervorragend aufgestellt. Wie wir wissen, werden die Hispanic in den USA immer eine größere Rolle, auch im Business. LinkedIn gibt es nicht auf Spanisch. Ob es da etwas mit der Vorhersage, dass LinkedIn bald in einer Reihe mit Google und Yahoo genannt werden wird?
Gegen solche überheblichen Worte sprechen wie Nye spricht indirekt eine Studie, die im aktuellen Harvard Business Manager (April 2007) veröffentlicht wurde: Demnach sind europäische Manager nicht nur jünger, sondern auch international erfahrener und mobiler als ihre US-Kollegen. Auch finden sich in europäischen Konzernen mehr Frauen in Führungspositionen - ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil.
Gekauft hatte ich mir das Business Magazin eigentlich wegen dem Aufmacher “Erfolgsfaktor Design”. Interessant wie es beispielsweise Alessi, Artemide, Flos oder Kartell geschafft haben, in gesättigten Märkten ein solides Wachstum zu generieren. Auch die Vorgehensweise sollte man sich einmal genauer ansehen: Die Maxime “Form follows Function” gilt hier nicht.
Wenn Second Life in in Lifestyle Magazinen wie PRINZ angekommen ist, dann wird es für mich auch langsam Zeit draüber nachzudenken. Eine Idee wäre Reverse Product Placement (ebenfalls Harvard). Ein Produkt virtuell einführen und dann in der Realität real vermarkten …
