Skype-Hype
17. Januar 2006 – 14:29 | von MatthiasMir wird ganz schwummelig … Da zahlt ebay 2 Milliarden Euro für Skype, eine Firma, die in 2005 gerade einmal 60 Millionen Euro Umsatz gemacht hat. 60 Millionen Umsatz, nicht Gewinn! 2006 sollen es ein Umsatz von gerade einmal 180 Millionen Euro werden. Wieviel Verlust damit verbunden ist? Keiner weiss es! Um noch eine andere Zahl ins Spiel zu bringen: Es sind auch bisher auch angeblich 60 Millionen Nutzer. Das wären dann 1 Euro Umsatz pro Nutzer … Die .Com-Blase lässt grüßen.
Wenn ich mir auch noch ansehe, welche Zielgruppe und georaphischen Schwerpunkt Skype hat, dann wird mir übel. Ich prognostiziere keine große Zukunft. Niklas Zennström hat es also nach Kazaa wieder einal geschafft, eine riesen Luftnummer zu verkaufen. Ein riesen Verkaufs-Talent dieser alte Schwede.
Warum ich Skype kaum Chancen gegen die gleichen Dienste von Yahoo und Google einräume? Weil diese beiden Mitbewerber zwar etwas später gestartet sind, aber dennoch große strategische Vorteile haben. Yahoo hat mehere funktionierende Communities. Ich greife einfach mal Yahoo Dating heraus: Was für ein Potential! Sprich mit deiner/m Angebeteten ohne die Telefonnummer verraten zu müssen …. Dazu kommt noch, dass die IP-Telefonie ein Add-On eines bestehenden Produktes (Messager) ist, das hunderte von Millionen Nutzern hat.
Google hat ebenfalls einen Messager im Angebot, der in Kürze IP-Telefonie bieten wird. Zwar hat GoogleTalk noch keine weite Verbreitung, aber einen strategischen Vorteil: Er basiert auf einem offenen Standard und eigene Erweiterungen (darunter die Schnittstelle für IP-Telefonie) als Open Source freigegeben. Damit kann — im Gegensatz zu Skype — jeder Entwickler eine Schnittstelle in Eigenentwicklungen einbauen.
Ganz ausser Acht gelassen habe ich in meinen Überlegungen die Carrierer und Provider, die ja bestehende Kundenbindungen haben und über kurz oder land ähnliche Dienste anbieten werden. Billiger und zuverlässiger nehme ich einmal an.

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