Rein subjektive Ansichten über das digitale Business

Systemwechsel

1. Dezember 2005 – 00:46 | von Matthias

Über die Weihnachtstage steht bei mir ein Systemwechsel an. Ab sofort habe ich die Hosen bei uns an und nicht meine Freundin … Ok, darüber könnte man auch mal vorsichtig diskutieren, das habe ich aber nicht gemeint ;-) (< < Das hat sich nun wohl erledigt).

Was wirklich ansteht ist ein Betriebsystemwechsel für alle meine lokalen Rechner und Mietserver. Es muss einfach aus Kostengründen sein. Zur Zeit sind bei mir Windows 2000, Solaris, diverse Suse-Linux-Varianten, Mac OS 9, OS X, Cobalt Linux (auf MIPS!), IRIX 6.5 und ein BULL-AIX (auf einer Motorolla-PPC) am Laufen. Eindeutig zuviel. Gut, ein Sun Solaris und ein sgi IRIX müssen aus beruflichen Gründen als Testsystem bleiben, aber nicht im Produktivbetrieb. Alles andere wird auf EIN Desktop und EIN Serversystem eingedampft.

Das Desktop–System ist schnell und schmerzlos gefunden: OS X. Windows kommt einfach nicht mehr in Betracht. Ausgeschieden sind auch die kommerziellen UNIX-Systeme, da diese (bis auf Solaris) nur auf teuren Hardware–Plattformen lauffähig sind. Mit Linux auf dem Destop habe ich einfach meine Liebe not, da sich m.E. selbst der so ausgereifte KDE in vielen Bereichen einfach noch sehr schwer tut. Ehrlich, ich hatte auf meiner Laptopinstallation Suse 9.2 mehr Aufhänger als mit meinem betagten Windows 2000.

Bei den Server–Systemen gibt es schon eine größere Auswahl, wenn ich nicht auch hier Linux, Windows und die Kommerz–Unices (ich weiss, das ist nicht die korrekte Schreibweise) ausgeschlossen hätte. Linux ist inzwischen ein Schweizer Messer, zu allem zu gebrauchen, aber eben nicht optimal. Ausserdem hab ich die dauernden Versionssprünge und Distri–Unterschiede richtig satt. Was bleibt sind die freien BSD-Varianten, auf die ich hier etwas genauer eingehen möchte:

NetBSD — Ein äußerst kontaktfreudiges System, das auf allem zu laufen scheint was irgendwie nach Computer aussieht. NetBSD wäre also ideal meine alten Maschinen auf EINE Plattform zu ziehen. Aber ich wechsle auch die Hardware und daher ist dies nicht unbedingt so interessant. Übrigens: In einigen Bereichen, beispielsweise bei Embedded-Systems, ist NetBSD ein ernstzunehmender Mitbewerber zu Linux — gerade weil es da soviele Plattformen gibt.

OpenBSD — Das ist die Festung unter den Betriebssystemen. Ein Rechner mit OpenBSD kann mit ein paar Handgriffen uneinnahmbar gemacht werden. Ich hatte es auch schon einmal Testweise installiert und im Probebetrieb. Sicherlich ein Ideal–System für Firewalls und Transaktionssysteme. Leider auch ohne aktuelles Java und daher für mich momentan nicht zu gebrauchen.

FreeBSD — Diese BSD-Variante “kenne” ich schon länger als Linux. 1998 habe ich auf einen 200Mhz-Rechner ein FreeBSD–System installiert und das ohne größere Probleme. Probleme hatte ich dagegen mit Lehmann´s Halloween–Distri auf RedHat–Basis. FreeBSD ist bei weitem nicht auf so vielen Plattformen zuhause wie die Verwandten, aber die wichtigste ist für mit INTEL / AMD und da ist alles in Butter. Auch gibt es ein anständiges Java und all die andere für mich wichtige Software.

Darwin — Apple´s Betriebsystem OS X baut auf FreeBSD auf. Das Kernsystem von OS X ohne grafische Oberfläche ist eben Darwin. Darwin gab es schon vor Apple´s Radikalschwenk zu INTEL als x86-Variante.

OpenSolaris — Die freie Variante ist eine Erwähnung wert und als Serverbetriebssystem mit Sichwerheit äußerst attraktiv. Es läuft alle Software, die auch auf der Kommerz-Variante zuhause ist. Dazu gehört jegliche Enterprise– und Standardsoftware wie Oracle, SAP, diverse Applicationserver … und natürlich Java.

Und welches Serverbetriebssystem habe ich nun gewählt? FreeBSD. Es war eine Mischung aus Bauch- und Kopfentscheidung. FreeBSD deshalb, weil es mit OS X verwandt ist und ich hier keine größeren Probleme kommen sehe, Code auszutauschen. Bauch, weil ich bisher sehr gute Erfahrungen machen konnte.

Ab Januar läuft auch der Webserver, auf dem msuess.com liegt, unter FreeBSD.

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